Ganz gleich, ob f√ľr Streaming oder anderweitige Tonaufnahmen: Ein Mikrofon ist quasi unerl√§sslich, wenn der Sound klar und professionell klingen soll. Dabei k√∂nnen auch Anf√§nger bereits f√ľr kleines Geld ein passendes Modell erstehen, mit welchem sie unkompliziert und schnell die Tonaufnahme verbessern k√∂nnen. In unserem Mikrofon-Test stellen wir Ihnen die besten von uns getesteten Streaming-Mikrofone vor und erkl√§ren die wichtigsten Begriffe rund um Soundaufnahmen und Mikrofone.

Mikrofon-Test: die besten Mikrofone f√ľr Streaming & Co.

Alle von uns getesteten und vorgestellten Mikrofone (außer das Razer Seiren BT) werden via USB-A an den PC, Mac oder die Playstation 4 angeschlossen.

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Mikrofone - der große Ratgeber

Streaming-Technik: Was brauche ich und wo fange ich an?

Abgesehen von den weiter unten genannten Hardware-Voraussetzungen sollte man, grob gesagt, Dinge besitzen, mit denen man Ton und Bild aufnehmen beziehungsweise in den¬†PC¬†und von dort weiter ins World Wide Web √ľbertragen kann. Wenn man hier ganz kleine Schritte gehen m√∂chte, dann sind ein¬†Gaming-Headset¬†und die integrierte Kamera eines Notebooks ganz klar ein Anfang. Damit kann man auf jeden Fall schon mal beispielsweise ein Spiel zocken und gleichzeitig dem Publikum lustige oder interessante Dinge erz√§hlen. Nat√ľrlich kann man theoretisch die Kamera weglassen ‚Äď aber hier muss ganz klar gesagt sein, dass die eigene Pers√∂nlichkeit und deren Sichtbarkeit f√ľr das Publikum eine entscheidende Rolle spielen k√∂nnen, wenn es darum geht, beliebt zu werden und eine h√∂here Reichweite zu generieren.

Je intensiver man sich mit dem Thema Streaming befassen und das Ganze zu einem ausgereiften Hobby oder gar zu einer Profession machen m√∂chte, desto mehr Technik kann und sollte man sich nach und nach zulegen, insbesondere, um die Qualit√§t von Bild und Ton auf ein hohes Niveau zu bringen. Wir empfehlen f√ľr den Anfang ein besonderes Augenmerk auf das¬†Mikrofon¬†zu legen und gegebenenfalls auch in eine gute Beleuchtung Ihres Streaming-Platzes zu investieren ‚Äď damit Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht r√ľcken.

Quelle: Elgato
Manche Mikrofone, wie das Elgato Wave 3, kommen inklusive Software und/oder virtuellem Mischpult.

Mikrofon-Test: Warum brauche ich f√ľrs Streaming ein Mikrofon?

Egal, wie gut das Bild ist, wie genial Sie zocken oder andere Dinge pr√§sentieren ‚Äď es n√ľtzt alles nichts, wenn man Sie nicht deutlich versteht. Deshalb sollte man in Sachen Investitionen zuallererst an ein¬†Mikrofon¬†denken.

Reicht denn mein Headset oder das Laptop-Mikrofon nicht aus?

Klar, ein mittel- bis h√∂herklassiges¬†Gaming-Headset¬†verf√ľgt im Regelfall auch √ľber ein gutes Mikrofon. Trotzdem kann das kleine Mikrofon, das ma√ügeblich dazu dienen soll, dass sich Spieler mit anderen unterhalten k√∂nnen, weniger als ein Tischmikrofon. Ein ganz einfaches Beispiel, das so ziemlich jeder Gamer nachvollziehen kann, sind die ber√ľchtigten Atemger√§usche, wegen derer manch‚Äė einer schon darum gebeten wurde, auf Push to talk umzustellen. Das Headset-Mikrofon befindet sich in der Regel sehr am Sprechorgan und √ľbertr√§gt gern allerlei Nebenger√§usche, die man im Stream nicht will.

Auch das integrierte Mikrofon eines¬†Laptops¬†taugt allenfalls dazu, Sprachbefehle einzugeben oder online zu telefonieren ‚Äď und bei letzterem kann man sich bei vielen Laptops schon nicht sicher sein, dass die Qualit√§t dem Zuh√∂rer nicht zur Qual wird.

Streaming-Mikrofone¬†k√∂nnen vor dem Sprecher auf dem Tisch oder aber mittels Mikrofonausleger beispielsweise √ľber dem¬†Monitor¬†montiert werden und haben so einen angenehmen Abstand zum Sprecher oder der klickernden Tastatur. Abgesehen davon ist die Aussprache im Regelfall deutlicher, wenn kein Headset auf dem Kiefergelenk sitzt, beziehungsweise es ist so deutlich weniger anstrengend, √ľber l√§ngere Zeitr√§ume zu sprechen.

Was ist ein Kondensatormikrofon?

Die von uns vorgestellten Mikrofone sind durchweg sogenannte Kondensatormikrofone. Das Kondensatormikrofon ist neben dem dynamischen Mikrofon einer von zwei grundlegenden Mikrofon-Typen. Was Sie dazu vor allem wissen m√ľssen, ist, dass Kondensatormikrofone in Sachen Studio-Technik die erste Wahl sind. Sie liefern eine sehr hohe Klangqualit√§t und verf√ľgen oftmals √ľber eine variable Richtcharakteristik (dazu unten mehr). Entsprechend ist die Technik in der Kapsel sehr filigran und nicht f√ľr zu hohe physische oder mechanische Belastungen geeignet ‚Äď hei√üt, sie sollten nicht runterfallen, geworfen oder extrem lautem Sound ausgesetzt werden.

Mikrofon-Richtcharakteristik: Niere, Kugel, Acht

Die Richtcharakteristik eines Mikrofons beschreibt, wie empfindlich beziehungsweise ob das Aufnahmegerät auf Schall aus verschiedenen Richtungen reagiert. Kondensatormikrofone haben den Vorteil, dass oft mehrere Richtcharakteristika auswählbar sind, sodass der Ton je nach Situation optimal aufgenommen wird. Es gibt hierbei vier wesentliche Charakteristika:

  • Kugel
  • Niere
  • Super-/Hyperniere
  • Acht

Richtcharakteristik Kugel

Ist die Richtcharakteristik ‚ÄěKugel‚Äú (omnidirektional) eingestellt, nimmt das Mikrofon Ger√§usche aus allen Richtungen gleicherma√üen wahr. Das kann dann hilfreich sein, wenn mehrere Personen aus verschiedenen Richtungen sprechen und geh√∂rt werden sollen (beispielsweise bei Podcasts).

Richtcharakteristik Niere (Cardioid)

Hier wird der von vorne kommende Schall am stärksten wahrgenommen, der von der Seite weniger und der von hinterhalb des Mikrofons am wenigsten. Diese Richtcharakteristik wird auch Cardioid genannt und ist die Standard-Variante, wenn man das Mikrofon gezielt auf eine Schallquelle, in unserem Fall also den Streamer, ausgerichtet werden soll.

Richtcharakteristik Super-/Hyperniere (Super-/Hypercardioid)

Bei dieser Variante der Niere konzentriert sich das Mikrofon noch st√§rker auf den frontal eintreffenden Schall, ignoriert die Seiten noch deutlicher ‚Äď l√§sst aber daf√ľr Ger√§usche, die von der R√ľckseite des Mikrofons kommen, mehr zu, als die Niere. Die Superniere hat beim Streaming den Vorteil, dass sie Tastaturgeklapper noch weniger aufnimmt.

Quelle: Razer

Richtcharakteristik Acht

Die bi-direktionale Richtcharakteristik nimmt Ger√§usche vor und hinter dem Mikrofon gleicherma√üen wahr. Diese Charakteristik findet recht selten √ľberhaupt Anwendung und ist f√ľrs Streaming nicht von Bedeutung. Als Beispiel: Mit der Acht k√∂nnte man gleichwertig einen Sprecher/S√§nger und vor ihm sitzendes Publikum aufnehmen.

Mikrofon: Abtastrate und Bittiefe

Im Zusammenhang mit Mikrofonen liest man oft von der Abtastrate (auch bekannt als Sampling-Rate) und von der Bittiefe. Als Richtwert f√ľr eine detailreiche √úbertragung des Sounds k√∂nnen Sie sich 44,1 kHz und 16 Bit merken. Gerade f√ľr das Streaming, bei dem es ma√ügeblich um die √úbertragung Ihrer Stimme geht und nicht etwa filigrane orchestrale T√∂ne, reicht das absolut aus.

Was ist die Abtastrate beim Mikrofon?

Damit das analoge Signal (beispielsweise die Stimme) Teil eines Videos oder Streams werden kann, muss es digitalisiert werden. Sp√§ter, wenn es abgespielt wird, l√§uft die Sache r√ľckw√§rts, dann wird das digitale Signale mittels der Schwingungen der Membran eines Lautsprechers wieder analog und somit h√∂rbar. Die Digitalisierung passiert mittels Umwandlung des Signals in einen Code. Daf√ľr nimmt das Mikrofon in konstanten zeitlichen Abst√§nden ‚ÄěProben‚Äú ‚Äď daher der Name ‚ÄěSamples‚Äú (Englisch f√ľr Probe). Je √∂fter diese Ton-Proben genommen werden, desto detaillierter wird am Ende der Sound aufgenommen und wieder ausgegeben. Die Abtastrate bezeichnet also, wie oft eine solche Probe genommen wird. Bei 41,1 kHz passiert das ganze 44.100-mal pro Sekunde.

Als Faustregel gilt: Die Abtastrate sollte mindestens doppelt so hoch sein, wie die h√∂chste Frequenz des zu √ľbertragenden Signals (sogenanntes Nyquist-Shannon-Theorem). Das menschliche Geh√∂r kann zwischen 20 Hz und 20 kHz wahrnehmen (bestenfalls), entsprechend sollte die Abtastrate bei mindestens 40 kHz liegen. F√ľr eine optimale Digitalisierung haben sich besagte 44,1 kHz als optimal herausgestellt. Selbstverst√§ndlich ist nach oben hin noch vieles mehr m√∂glich ‚Äď das ist aber eher bei musikalisch orientierten Studioaufnahmen von Relevanz. Auch weniger als 44.1 kHz liefern noch eine verst√§ndliche Qualit√§t ‚Äď zumindest bis etwa 24 kHz Samplingrate, denn die menschliche Stimme liefert im Regelfall Frequenzen von ca. 80 Hz bis 12 kHz.

Was ist die Bittiefe beim Mikrofon?

Die Bittiefe wiederum beschreibt, wie hoch aufgel√∂st jedes einzelne der oben genannten Samples ist. Wer sich das bildlich vorstellen will, kann dabei an ein (Ton-)Bild aus (Ton-)Pixeln denken. Je mehr Pixel das Bild hat, desto klarer ist es. Ein √ľber lange Zeit g√ľltiger Standard waren dabei 16 Bit, bei CDs beispielsweise besitzt jedes Sample eine Tiefe von 16 Bit. Heutzutage gibt es HD-Sound mit einer Tiefe von bis zu 24 Bit ‚Äď f√ľrs Streaming reichen 16 Bit vollkommen aus und die meisten Mikrofone liefern genau das auch.

Mikrofon: Popschutz gegen Explosivlaute

Ein sogenannter Popschutz verhindert sogenannte Explosivlaute oder h√§lt Wind ab. Zweiteres klingt, als h√§tte es nicht viel mit dem Streaming zu tun, doch gilt dieses auch f√ľr die kleinen Windz√ľge, die wir beim Sprechen machen. Einige Buchstaben, vor allem P, B, D und T produzieren stets einen solchen Windzug, der dann in der Aufnahme wie ein kleiner Knall klingt. Viele¬†Streaming-Mikrofone¬†werben mit einem integrierten Popschutz ‚Äď tats√§chlich h√§lt der oft nicht ganz, was ein zus√§tzlich angebrachter Popschutz leisten kann. Wer also lieber auf Nummer sicher gehen m√∂chte, der holt sich noch einen zus√§tzlichen Popschutz, der mittels Schwanenhals am Mikrofonstativ fixiert wird. H√§ufig ist der Popschutz ein Kunststoffring, der mit einer oder zwei Lagen Nylon bespannt ist.

Popschutz selber basteln? Theoretisch kann man sich seinen eigenen Popschutz aus einem Draht und einer Nylonstrumpfhose selbst basteln ‚Äď das sieht nat√ľrlich nicht ganz so super aus und sollte im Stream nicht zu sehen sein.

Quelle: Hyper X

Mikrofon: Software, Klinke-Anschluss und weitere Features

Ein dediziertes¬†Mikrofon¬†kann, je nach Preisklasse, einige weitere n√ľtzliche Features bringen. Beispielsweise einen Klinke-Anschluss, √ľber welchen man Kopfh√∂rer anschlie√üen und direkt mith√∂ren kann. Viele Mikrofone bieten dazu direkt auch die M√∂glichkeit, die vom Mikrofon ausgegebene Lautst√§rke direkt zu beeinflu√üen ‚Äď nat√ľrlich hat man dann wieder¬†Kopfh√∂rer¬†auf. Manch ein Mikrofon bringt auch Software mit, die es dem Nutzer zum Beispiel erm√∂glicht, Nebenger√§usche zu unterdr√ľcken oder Effekte einzustellen. Richtig cool f√ľr alle, die sich wirklich intensiv mit Sound besch√§ftigen wollen, sind Modelle wie das Elgato Wave 3, hier gibt es ein virtuelles Mischpult dazu, mit welche man alle Audioquellen kontrollieren kann.

Streaming auf Twitch & Co.: die technische Basis

Die Basis des Streamings bildet die Hardware, die im Rechner verbaut ist, in Kombination mit der Internet-Leitung. Ist hier zu wenig Power vorhanden, bringen einem das beste Mikrofon und die sch√∂nste Webcam nichts. Aber seien Sie beruhigt: Die Mindestanforderungen sind nicht allzu hoch, Sie brauchen also kein High-End-Equipment, um mit dem Streamen loslegen zu k√∂nnen. Je nachdem √ľber welchen Codec man den Stream kodiert, wird entweder mehr die¬†CPU¬†(x264, x265) oder mehr die¬†Grafikkarte¬†(NVENC) beansprucht. Generell sollte der Prozessor √ľber mindestens vier Kerne verf√ľgen, es sollten 8 GiByte RAM sowie eine dedizierte Grafikkarte vorhanden sein. Setzt man auf den x264 Codec gilt die Regel: Je mehr Kerne die CPU hat, desto besser wird der Stream. Die Internetverbindung sollte mindestens einen Upload von 3 Mbit/s schaffen, sodass ein ordentliches Bild gesendet wird. Es muss √ľbrigens nicht unbedingt in Full HD gestreamt werden: 720p reichen vollkommen aus und sind quasi der Standard. Selbstverst√§ndlich ist bei allem hier genannten noch Luft nach oben, das hier sind also die Mindest-Voraussetzungen daf√ľr, √ľberhaupt streamen zu k√∂nnen.

x264, x265 und NVENC: Was sind Codecs?

Codecs sind, einfach gesagt, Standards in der Komprimierung von Dateien. Sie bestehen aus einem Encoder und einem Decoder ‚Äď sprich sie k√∂nnen beispielsweise eine Sound- oder Videodatei komprimieren und entsprechend auch wieder in ein h√∂r- oder sichtbares Format zur√ľckwandeln. Der Trick dahinter ist in der Regel, dass der Codec, um die Gr√∂√üe von Video oder Sounddatei zu verringern, Bestandteile entfernt, die das menschliche Ohr/Auge ohnehin nicht oder kaum wahrnehmen kann. Dies k√∂nnen beispielsweise T√∂ne in nicht oder nur f√ľr wenige h√∂rbaren Frequenzen sein. Eine solche Form der Komprimierung wird als verlustbehaftete Datenreduktion bezeichnet, weil auf dem Weg Teile absichtlich ‚Äěverloren gehen‚Äú. Die Komprimierung ist h√§ufig im Bluetooth-Audio-Bereich ein Thema, bei der Frage, wie viel Sound auf dem Weg in den Bluetooth-Kopfh√∂rer verloren geht. Tats√§chlich aber f√§llt der Unterschied nur den wenigsten Menschen wirklich auf.

X264 ist ein ebensolcher Codec aus dem Video-Bereich, x265 ist der neuere Standard f√ľr die Video-Formate H.264 beziehungsweise H.265. H.265 ist dabei auch als HVEC (High Efficiency Video Coding) bekannt. X264 ist einer der derzeit am h√§ufigsten verwendeten Codecs im Streaming-Sektor, nutzt eine h√∂here Bitrate, liefert dabei aber gr√∂√üere Dateien und gibt der CPU ordentlich was zu tun. X265 bringt bei gleicher Dateigr√∂√üe die h√∂here Videoqualit√§t. NVENC wiederum ist ein Encoder, der in Nvidia-Grafikkarten verbaut ist und bei hoher Bandbreite fast verlustfreie Videoqualit√§t online schickt.

Zu welchem Codec man letztlich greift, sollte von der vorhandenen Hardware sowie der Internet-Bandbreite abhängig gemacht werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass gerade bei limitierter Bandbreite x264 empfehlenswerter ist.

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