In vielen Musikabteilungen findet man mittlerweile fast mehr Schallplatten, als andere Tonträger, denn: Vinyl hat Stil und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dank Weiterentwicklungen wie dem USB-Ausgang oder der drahtlosen Soundübertragung via Bluetooth sind auch die Plattenspieler mittlerweile fit für das digitale Zeitalter und können am PC oder Mac eingesetzt werden. Ebenfalls möglich: die Digitalisierung Ihrer eigenen Plattensammlung. In unserem Plattenspieler-Test erfahren Sie alles, was Sie vor dem Kauf eines USB-/Bluetooth-Plattenspielers wissen müssen und finden die besten von uns getesteten Geräte in unserer Rangliste.

Bildquelle: AVID

Plattenspieler-Test: Die besten USB- und Bluetooth-Plattenspieler

Alles Wissenswerte zu Tonabnehmern und den besten Plattennadeln erfahren Sie in unserem separaten Tonabnehmer-Test.

Welcher Plattenspieler eignet sich für welchen Einsatzzweck?

Bevor Sie Sich für einen Plattenspieler mit USB-Ausgang oder Bluetooth-Verbindung zum PC entscheiden, sollten Sie sich zuerst überlegen, wofür Sie das Gerät nutzen möchten. Soll es Ihnen dabei helfen Ihre Plattensammlung zu digitalisieren? Sind Sie Musikliebhaber, der den durch einen hochwertigen Tonabnehmer erzeugten besonderen Klang von Vinyl mag und den Plattenspieler zum Musikhören direkt mit Bluetooth-Lautsprechern oder dem PC verbinden möchte? Legen Sie in Ihrer Freizeit gar Platten auf, üben das Scratching oder erstellen nehmen mithilfe von Vinylplatten digitale DJ-Sets?

Egal was Sie mit Ihrem neuen Plattenspieler auch vorhaben, überlegen Sie sich Ihre Wahl gut. Der Markt bietet eine Vielzahl von Angeboten und neben sehr günstigen Modellen unter 100 Euro sowie der gehobenen Mittelklasse zwischen 250 und 500 Euro gibt es auch extrem teure Varianten, deren Preise sogar vier oder fünfstellig werden können. Letztgenannte Geräte werden aber nur von Hi-Fi-Enthusiasten erworben, die den Plattenspieler dann mit einem High-End-Haupt– und Phonovorverstärker nutzen und am reinen analogen Musikgenuss interessiert sind. Im Gegenzug reicht schon ein Modell für um die 100 Euro für die Digitalisierung Ihrer Lieblingsplatten da eine Verfeinerung oder akustische Aufwertung des Klangs auch mit einer guten Digitalisierungs-Software wie beispielsweise Audacity (www.audacity.de) noch möglich ist. Die folgenden vier Einsatzszenarien sind unserer Meinung nach die wichtigsten: 

Plattensammlung archivieren und nur gelegentlich Platten hören

Quelle: ION Audio
Der mit einem AUX-Eingang für den Anschluss von CD-Playern und Smartphones/Tablets mit 3,5 mm Klinkenstecker ausgestattete ION Audio Max LP eignet sich mit seinen Stereolautsprechern nicht nur zur Digitalisierung, sondern auch zum Hören Ihrer Plattensammlung.

Die Möglichkeit die heimische Vinylsammlung am PC mithilfe einer mitgelieferten Software oder Freeware wie Audacity digitalisieren zu können ist das wohl wichtigste Kaufargument für einen USB- oder Bluetooth-Plattenspieler. Wenn dieses Vorhaben bei Ihnen im Vordergrund steht und es durchaus passieren kann, dass Sie den Plattenspieler nach der Archivierung ihrer Schallplatten nur noch selten nutzen, um diese zu hören, sollten Sie zu einem Einsteigermodell wie dem Navaris Retro Koffer Plattenspieler mit Lautsprecher (ca. 60 Euro), dem 1byone 471EU-0003 (ca. 40 Euro), dem ION Audio Max LP (ca. 70 Euro) oder dem Wockoder Bluetooth Retro Schallplattenspieler greifen (ca. 70 Euro).

Diese Modelle sind nicht nur sehr günstig, sie sind auch mit Stereolautsprechern bestückt und verfügen zusätzlich über eine Kopfhörerbuchse, einen AUX- oder einen USB-Anschluss wie beim 1byone 471EU-0003. Dessen USB-Port kann sowohl für die direkte Digitalisierung der Schallplatte auf einen USB-Stick als auch das Abspielen von MP3s von selbigen Speichermedium genutzt werden. Eine Ausnahme hier ist der Wockoder Bluetooth Retro Schallplattenspieler. Der verfügt nur über einen Bluetooth-Empfänger, sodass Sie den per Riemen angetriebenen Bluetooth-Plattenspieler im Retro-Look nur zum Abspielen von Platten oder Musik von Bluetooth Geräten wie Smartphone oder Tablet nutzen können. Die Digitalisierung erfolgt hier lediglich analog, indem Sie den Plattenspieler mit einem Cinch-auf-Klinke-Kabel mit dem Eingang Ihrer Soundkarte verbinden und dann eine Freeware wie Audacity nutzen.

Musikliebhaber, der gerne Platten hört und die Sammlung digitalisieren möchte

Quelle: Sony
Der per Riemen angetriebene Sony PS-LX310BT ist mit einer Bluetooth-Schnittstelle für kabellose Verbindung zu Kopfhörern und Lautsprechern ausgestattet. Aufgrund seines gut klingenden Tonabnehmers und seines Phono-Vorverstärkers mit Equalizer, empfehlen wir allerdings den verdrahteten Musikgenuss am Hi-Fi-Verstärker.

Wenn Ihnen das Anhören ihrer Vinylsammlung mindestens genauso wichtig ist wie deren digitale Archivierung, raten wir Ihnen von den preiswerten Geräten mit integriertem Lautsprecher generell ab. Die günstigen Tonabnehmer der Kompaktplattenspieler klingen maximal befriedigend, die Qualität der Antriebsmotoren ist mittelmäßig und das Material des Plattentellers sowie des Tonarms ist wenig wertig.

Hier sollten Sie deutlich mehr investieren und einen vollwertigen USB-Plattenspieler wählen, der wie der Dual DTJ 301.1 USB für ca. 160 Euro oder der Dual DT400 USB für ca. 200 Euro mit einem eingebauten schaltbaren Phono-Vorverstärker (Phono PreAmp) zum Anschluss an einen Phono- oder AUX-Eingang ausgestattet ist. Damit können Sie ihrer Lieblingsmusik auch am Hi-Fi-Verstärker lauschen, wo diese beiden USB-Plattenspieler dank ihres Mittelklassetonabnehmers von Audio Technica (AT 3600) schon sehr ordentlich klingen. Für die Digitalisierung Ihrer Schallplatten sind beide Geräte zusätzlich auch mit einem USB-Ausgang bestückt.   

Einen internen zuschaltbaren Phone-Vorverstärker bieten auch der Audio-Technica LP60XBT (ca. 140 Euro) und der für ca. 160 Euro erhältliche Sony PS-LX310BT. Bei Sonys Plattenspieler mit Riemenantrieb können Sie die Verstärkung zusätzlich noch per Equalizer (Schalter: Low, Mid, High) an den Audiopegel Ihrer Schallplatte anpassen. Beide Plattenspieler nehmen per Bluetooth Kontakt zu Kopfhörern, Lautsprechern, Soundbars und anderen Bluetooth-Geräten auf und nutzen die drahtlose Schnittstelle auch für Digitalisierung der Schallplatte am Rechner.

Der Musikgenuss per Bluetooth ist mit dem direkt (Sony), respektive per Riemen angetriebenen Plattenspieler ebenfalls möglich. Wir empfehlen allerdings die Geräte an den AUX-Eingang eines Hi-Fi-Verstärkers anzuschließen, da bei einer Verbindung per Kabel die Audioqualität generell besser ausfällt als bei der drahtlosen Übertragung per Bluetooth.    

Den passenden Bluetooth-Lautsprecher für Ihren neuen Bluetooth-Plattenspieler finden Sie übrigens in unserem Bluetooth-Lautsprecher Test: Die besten mobilen Boxen im Vergleich.

Hi-Fi-Fans die sehr hochwertigen Vinyl-Sound genießen möchten

Steht bei Ihnen vor allem ein sehr gutes Klangerlebnis und der von HiFi-Fans sehr geschätzte Phono-Klang im Vordergrund, sollten Sie beim Kauf eines USB-oder Bluetooth-Plattenspielers auf die Güte des Tonabnehmers, die Qualität des Antriebs, das Material von Plattenteller, Tonarm und Gehäuse sowie die Ausstattung und Bedienung des Geräts achten. In unserer Testtabelle (siehe oben) finden Sie mit dem Roberts RT200 (ca. 390 Euro), dem Teac TN-3B (ca. 440 Euro) und dem Denon DP450USBBKEM für ca. 460 Euro drei Modelle, die sowohl für den anspruchsvollen Hörgenuss als auch für die Archivierung Ihrer Vinylschätzchen empfehlenswert sind.

Quelle: Denon
Unser Testsieger, der Denon DP450USBBKEM, beeindruckt nicht nur mit einem sehr guten Klang und einem sehr wertig gefertigten, S-förmigen Tonarm. Er bietet auch besondere Extras wie einen automatischem Geschwindigkeitssensor für den Plattenteller und einen USB-A-Anschluss an der Front.

Alle drei USB-Plattenspieler sind optische sehr ansprechend gestaltet, werden mit gut klingenden MM-Tonabnehmern ausgeliefert und die Tonarmkonstruktion ist sehr wertig. Zusätzlich gehören ein Phono-Vorverstärker, schwingungsdämpfenden Standfüße und ein Plattenteller aus Alu mit einer Matte aus Gummi oder Filz zur Ausstattung. Weitere Extras sind ein Gehäuse aus (lackierten) Holz oder ein riemengetriebener Plattenteller mit automatischem Geschwindigkeitssensor wie beim Testsieger, dem Denon DP450USBBKEM. Letztgenannter halbautomatischer Plattenspieler verfügt sogar über einen Anschluss für USB-Sticks auf den Sie per Knopfdruck Ihre bevorzugten Schallplatten wahlweise im MP3- oder WAV-Format digital übertragen können. Bei den anderen beiden Plattenspielern erfolgt die Digitalisierung Ihrer Platten über ein USB-Kabel, das auf der Rückseite angeschlossen wird.       

DJs, die Platten zuhause oder im Club auflegen, Mixen, Scratchen und Sets erstellen sowie Vinyl digitalisieren

Wenn Sie nicht nur großen Spaß am speziellen Klang der Vinylscheiben haben, sondern sich, ob nun privat vor Freunden oder gar im Club als Diskjockey (kurz DJ) versuchen wollen, sollten Sie Sich anstelle eines halbautomatischen oder vollautomatischen Modells (mehr dazu später) für einen DJ-Plattenspieler entscheiden, der manuell bedient wird. Mittlerweile führen alle bekannten Hersteller wie Pioneer, Reloop, Numark, Lenco, Audio-Technica oder Dual mindesten ein Modell im Portfolio das mithilfe eines A/D-Wandlers  im Inneren, die Digitalisierung der Platte über den USB-Anschluss und Software möglich macht.

Mit dem Pioneer DJ PLX-500-K (ca. 350 Euro), dem Audio-Technica AT-LP120X (ca. 260 Euro), dem Lenco L-3808 (ca. 170 Euro) und dem mit seinem günstigen Preis besonders für Einsteiger in die DJ-Welt interessanten Technisat Techniplayer LP 300 (ca. 130 Euro) finden Sie auch vier empfehlenswerte Plattenspieler für DJs in unserer Testtabelle. 

Quelle: Technisat
Mit seinem günstigen Preis von lediglich 130 Euro eignet sich der Technisat Techniplayer LP 300 besonders für Einsteiger in die Welt der USB-Plattenspieler für DJs. Er kombiniert einen sehr ordentlichen Klang mit einer zielgruppentypischen Ausstattung.

Wie der Großteil der getestete Plattenspieler sind auch die vier DJ-Modelle mit einem USB-Ausgang und einem Phono-Vorverstärker ausgestattet. Dazu kommen Features wie eine Nadelbeleuchtung, eine Stroboskop-Anzeige zur Drehzahlkontrolle und ein Pitch-Control-System mit dem DJs manuell die Laufgeschwindigkeit der Platte individuell verändern können. DJ-Plattenspieler können Sie auch für das Scratching von Schallplatten verwenden. Hier wird der Plattenteller manuell vor- und zurückbewegt um Sounds zu erzeugen. Wollen Sie scratchen, benötigen Sie einen entsprechenden Tonabnehmer mit sphärischem Schliff, der diesen hohen Beanspruchungen standhält.

Sie suchen für Ihre DJ-Plattenspieler noch den passenden Kopfhörer? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Kopfhörer Test: On-Ear und Over-Ear im Vergleich.

Die wichtigsten Elemente und Anschlüsse eines USB-Plattenspieler für Vinyl-Fans und DJs im Detail

Einsteiger, die sich zu ersten Mal mit dem Thema USB- oder Bluetooth-Plattenspieler auseinandersetzen und die Anschaffung eines solchen Audiogeräts planen, finden in den Beschreibungen der Hersteller viele Ausstattungsmerkmale und Fachbegriffe. Wir zeigen Ihnen anhand des Lenco L-3808 welche Technik sich hinter Begriffen wie Pitch-Kontrolle oder Anti-Skating-Funktion verbirgt und auf welche Ausstattung und Anschlüsse Sie beim Kauf eines empfehlenswerten USB- oder Bluetooth Plattenspielers nicht verzichten sollten.

Tonarm (1): Mit dem Tonarm wird der Tonabnehmer mit seiner Nadel gehalten und auf die Platte aufgesetzt. Am hinteren Ende des gerade oder wie ein gestrecktes „S“ geformten Tonarms befindet sich ein Gewicht. Das soll verhindern, das der Tonabnehmer mit zu wenig Druckkraft auf der Platte aufliegt und deshalb „springt„.

Gegengewicht (2): Das Auflagegewicht eines Tonabnehmers ist nicht genau festgelegt und kann je nach Modell aber auch nach dem Einsatzzweck variieren. Während für den Musikgenuss zuhause in der Regel das vom Hersteller empfohlene oder ein noch etwas geringeres Auflagegewicht im spezifizierten Bereich reicht, benötigen DJs eine höhere Auflagekraft, damit die Plattennadel nicht hüpft. Daher gehört ein verstellbares Gegengewicht zur Ausstattung des Bluetooth-Plattenspielers.

Tonabnehmer (3): Ein Tonabnehmer mit einer guten Qualität besteht aus einer als Headshell bezeichneten Halterung und einem Tonabnehmersystem mit Nadelaufsatz damit die Nadel gewechselt werden kann. Die Diamantnadeln empfehlenswerten Tonabnehmer sind unterschiedlich geschliffen (sphärisch/elliptisch) und die gängigsten Tonabnehmersysteme sind Moving Magnet (MM) und Moving Coil (MC). 

Plattenteller (4): Die Plattenteller ist die mit einer bestimmten Drehzahl pro Minute rotierende Ablage für die Schallplatte. Er wird direkt von einem leistungsstarken Servomotor, mit einem Gummiriemen oder Reibrädern angetrieben. Bei den Modellen der Mittelklasse besteht der Plattenteller meist aus Aluminium-Druckguss. Im High-End-Bereich findet man eher Plattenteller, die für eine Minimierung der Gleichlaufschwankung aus einem Material gefertigt sind, das wie Glas beispielsweise ein hohes Gewicht besitzt.

Tonarmheber (5): Mit diesem meist als horizontal gelagerter Hebel konstruiertem Mechanismus senken Sie den Tonabnehmer manuell auf die Schallplatte ab und heben ihn wieder an, wenn Sie zu einer anderen Stelle oder dem nächsten Lied auf der Platte wechseln wollen. Damit Nadel und Platte beim Aufsetzen nicht beschädigt werden, muss der Mechanismus gedämpft sein, sodass sich der Tonarm sehr langsam und nicht ungebremst absenkt. Im Gegenzug darf der Tonarm beim Anheben auch nicht abrupt und zu schnell wieder nach oben fahren.

Anti-Skating (6): Der An­tis­ka­ting-Me­cha­nis­mus übt auf auf den Tonarm des Plat­ten­spie­lers ein Ge­gen­ge­wicht und damit eine Gegenkraft aus, damit die Nadel des Tonabnehmers in der Tonspur (Rille) der Schallplatte bleibt. Die Skating-Kraft entsteht durch die sich drehende Schallplatte und der Tonarm wird dabei zur Mitte der Schallplatte gezogen. Besonders groß ist der Effekt bei radialen Tonarmen. Von High-End-Modellen, die mit echten Gegengewichten arbeiten abgesehen, steht für die Anti-Skating-Funktion ein kleines Drehrad am Tonarmgelenk bereit.

Geschwindigkeitsregler (7): Mit diesen Knöpfen schalten Sie zwischen die beiden Standardgeschwindigkeiten von 33,3 und 45 Umdrehungen pro Minute (U/min) hin und her. Es gibt Geräte bei denen Sie auch eine Geschwindigkeit von 78 U/min einstellen können. Diese Geschwindigkeit wird allerdings nur für die historischen Schellackplatten benötigt. Aktuell unterscheidet man zwischen drei Schallplattenformate, die auch unterschiedliche Abspielgeschwindigkeiten erfordern:

  • Langspielplatte (12 Zoll Durchmesser und 33,3 U/min Abspielgeschwindigkeit)
  • Maxi-Single: (12 Zoll Durchmesser und 45 U/min Abspielgeschwindigkeit)
  • Single (7 oder 10 Zoll Durchmesser mit 45 U/min Abspielgeschwindigkeit).

Geschwindigkeitskontrolle mit Stroboskoplicht (8): Der Gleichlauf des Plattentellers, also eine konstant gleichbleibende Abspielgeschwindigkeit, ist eines der wichtigsten Kriterien für ein ungetrübtes Vinyl-Hörvergnügen. Daher ist müssen Sie in der Lage sein, die Geschwindigkeit des Plattentellers zu überwachen. Das geschieht mithilfe der Markierungen am abgeschrägten Rand des Plattentellers und einem Stroboskoplicht, dessen Frequenz auf 50 Hz oder 60 Hz geschaltet werden kann. Stimmt der Gleichlauf werden die punktförmigen Erhebungen am Rand des Plattentellers bei dessen Rotation optisch als durchgehende Linie wahrgenommen.       

Start/Stop-Funktion (9): Dieses Extra ist ein großer Vorteil von Plattenspielern, die bevorzugt von DJs genutzt werden. Man kann den Plattenteller respektive das Abspielen der Platte an jedem beliebigen Punkt manuell stoppen und den Tonarm inklusive Tonabnehmer mit oder ohne die Hebefunktion an einer anderen Stelle respektive einem neuen Liedanfang wieder absetzen. Für die maximale Schonung von Platte und Nadel kann man den Drehvorgang des Plattentellers erst dann wieder starten, wenn der Tonabnehmer auf die Schallplatte aufgelegt ist. Zusätzlich wird die Funktion auch für das Scratching benötigt.  

Pitch-Funktion (10): Mit der auch als Tonhöhenreglung bezeichneten Pitch-Funktion können Sie die Dreh­ge­schwin­dig­keit des Plat­ten­tel­lers um einen gewissen Prozentsatz (meist -/+ 10 Prozent) ver­rin­gern oder erhöhen. Die Pitch-Funktion wird vorwiegend von DJs genutzt, die damit die Musik ver­schie­de­ner Schall­plat­ten tem­po­mä­ßig syn­chro­ni­sie­ren.

Schwingungsdämpfende Standfüße (11): Für einen optimalen Gleichlauf des Plattentellers und für ein wirkungsvolles Anti-Skating muss der Plattenspieler in der horizontalen sowie vertikalen Ebene absolut waagerecht stehen. Zu diesem Zweck müssen die Standfüße eines empfehlenswerten Modells höhenverstellbar sein, damit Sie den Plattenspieler auf der meist nicht 100 Prozent waagerechten Unterlage ausrichten können. Ebenfalls wichtig ist, dass diese auch Vibrationen abfangen, die ansonsten hörbar auf den Tonabnehmer und den Tonarm übertragen werden. Das ideal Material für diesen Zweck ist leicht verformbares Gummi. Eine Alternative auf die besonders die HiFi-Enthusiasten schwören sind als Spikes bezeichnete spitze Kegel aus Acryl oder Edelstahl.

USB-Ausgang (12): Dies ist der wichtigste Ausgang eines USB-Plattenspielers, wenn es um die Digitalisierung Ihrer Schallplatten geht. Mit dem in der Regel zum Lieferumfang gehörenden USB-Kabel können Sie den Plattenspieler mit dem PC oder Laptop verbinden, um anschließend den Digitalisierungsprozess mithilfe einer Audiosoftware durchzuführen. Für die Nachbearbeitung der Audiodatei muss der Plattenspieler dann noch nicht einmal mit dem PC verbunden sein.

Audioausgang mit Cinch-Anschluss (13): Ein analoger AUX-Ausgang mit Anschluss für ein Cinch-auf-Cinch- oder Cinch-auf-3,5-mm-Klinke-Kabel darf ebenfalls bei keinem empfehlenswerten USB-Plattenspieler fehlen. Nur dann können Sie diesen auch an aktive Stereo- oder Monitorlautsprecher und einen analogen Hi-Fi-Verstärker anschließen. Letzterer muss mittlerweile aber nicht mehr zwingend mit einem Phono-Vorverstärker ausgerüstet sein, denn dieser gehört bei fast alle getesteten USB- oder Bluetooth-Plattenspieler zur Grundausstattung. Ohne Vorverstärkung, egal ob die vom Plattenspieler oder Verstärker kommt, kann das Audiosignal nicht ausreichend verstärkt wiedergegeben werden.

Schalter für Phono-Vorverstärker (14): Verfügt ein USB-Plattenspieler über einen internen Phono-Vorverstärker, wird dieser hier an oder ausgeschaltet. Gerade ältere analoge High-End-Audioverstärker verfügen noch über diese für eine einwandfreie Wiedergabe von MM- vor allem aber MC-Tonabnehmersystemen benötigte Technik. In diesem Falle ist es hilfreich, wenn sich der interne Vorverstärker ebenfalls manuell deaktivieren lässt. Es gibt auch Modelle wie den Sony PS-LX310BT bei dem Sie die Verstärkung zusätzlich per Equalizer an den Audiopegel Ihrer Schallplatte anpassen können.

Sie suchen noch nach einem USB-Stick oder einer externen Festplatte zur Speicherung Ihrer digitalisierten Musik? Dann könnte Sie unser Externe SSD & USB-Stick: Test, Ratgeber & Vergleich interessieren.

Manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch? Welche Vorteile und Nachteile habe die verschiedenen Bedienarten von USB-Plattenspieler?

Quelle: AVID

Von Ausnahmen wie den in Kleinstserie in Manufakturen gefertigten High-End- und Edelmodellen für Vinyl-Enthusiasten abgesehen, gibt es für USB- und Bluetooth Plattenspieler drei verschiedene Bedienarten. Entweder es läuft alles manuell, also von Hand oder die Bedienung des Plattenspielers ist halbautomatisch respektive vollautomatisch. Wo die Vorzüge und Probleme der jeweiligen Bedienart liegen, zeigen wir ihnen im Folgenden und dazu geben ein konkretes Beispiel aus der Testtabelle:  

Der manuelle Plattenspieler

Besitzen Sie einen manuellen Plattenspieler müssen Sie selbst tätig werden, und den Tonarm mit dem Tonabnehmer selbst auf die Platte legen. Damit sich der Tonarm nicht ungebremst senkt oder anhebt, verfügen Plattenspieler mit wenigen Ausnahmen über einen gedämpften Tonarmheber. So können Sie die Plattenspieler-Nadel dann an der gewünschten Stelle absenken ohne dass diese oder die Schallplatte selbst beschädigt werden. Am Endes der Schallplatte läuft der Tonabnehmer in einer Endlosrille und muss ebenfalls manuell angehoben werden. Zusätzlich dreht sich auch der Plattenteller weiter bis Sie diesen mit der Start-/Stop-Funktion (falls vorhanden) anhalten oder den Plattenspieler ausschalten. Im Gegenzug ist ein sehr genaues Absetzen des Tonabnehmers sowie ein schnelles und direktes Eingreifen in den Song möglich.  

Quelle: Pioneer
Pioneer DJ PLX-500-K (manueller Plattenspieler)

Der halbautomatische Plattenspieler

Bei einem halbautomatischen Plattenspieler müssen Sie den Tonarm mit dem Tonabnehmer ebenfalls am Anfang der Schallplatte oder des Liedes manuell senken. Am Ende der Platte hingegen hebt der Plattenspieler den Tonarm automatisch an und bringt ihn in den meisten Fällen auch wieder in die Ausgangslage.

Wie die manuellen Vertreter besitzen auch diese Halbautomaten für die leichtere Handhabung einen Tonarmlift mit Dämpfungssystem. Damit können Sie den Tonarm vorsichtig und vor allem sicher manuell aufsetzen oder zwischendurch wieder hochfahren. Auch hier besteht die Möglichkeit schnell und direkt in den Song eingreifen zu können. Die Rückführfunktion für den Tonarm schont dagegen den Tonabnehmer und ihre Plattensammlung. Im Gegenzug müssen Sie eine höhere Vibrationsrate des Plattenspielers durch die Verwendung von zusätzlichen Bauteilen in Kauf nehmen.

Quelle: Amazon
Wockoder Bluetooth Retro Record Player with Speaker (halbautomatischer Plattenspieler)

Der vollautomatische Plattenspieler

Bei einem vollautomatischen Schallplattenspieler übernimmt das Gerät alle wichtigen Funktionen. Sie brauchen den Plattenspieler nur einschalten, die Schallplatte auf den Plattenteller legen, den Startknopf drücken und schon geht es los. Der Tonarm und der Tonabnehmer werden dann vollends automatisch am Anfang der Schallplatte positioniert. Am Ende wird der Tonarm dann automatisch angehoben und fährt in die Tonarmauflage zurück.

Bei einem empfehlenswerten Modell wird zusätzlich auch der Antrieb für den Plattenteller abgeschaltet. Obwohl automatische Plattenspieler für das Abspielen des ersten Stücks auf der Platte etwas länger benötigen als halbautomatische und manuelle, müssen Sie sich hier lediglich um die richtige Umdrehungsgeschwindigkeit kümmern. Die Bedienung ist also besonders leicht. Ein kleiner Nachteil dieser Vollautomaten ist ihre höhere Störanfälligkeit, da dort zusätzliche Bauteile zum Einsatz kommen. 

Quelle: Roberts Radio
Roberts Radio RT200 (vollautomatischer Plattenspieler)

Plattenspieler-Test: Antriebsarten und ihre Vor- und Nachteile

Quelle: Elac
Von den drei verschiedenen Antriebsarten ist der Riemenantrieb die bei USB-Plattenspielern am häufigsten zum Einsatz kommende Antriebart.

Um den Plattenteller eines USB-Plattenspielers in Bewegung zu versetzen, sprich rotieren zu lassen, wird eine Antriebskonstruktion mit einem Motor benötigt. Unabhängig davon wie dieser den Plattenteller antreibt, muss dessen in Newtonmetern (Nm) angegebene Kraft so hoch ausfallen, dass der Plattenteller sich ohne Schwankungen bei der Umdrehungsgeschwindigkeit (Gleichlauf) dreht. Neben dem nur bei einigen Designerplattenspielern noch zu findenden Reibradantrieb sind der Direktantrieb und der Riemenantrieb die am häufigsten zum Einsatz kommende Antriebsarten.

Der Riemenantrieb

Die beim heimischen und nicht professionellen Gebrauch am häufigsten zu findende und Antriebsart von USB-und Bluetooth-Plattenspielern ist der Riemenantrieb. Bei Modellen mit diesem Antrieb überträgt ein Gummiriemen die Antriebsenergie des Motors auf den Plattenteller. Ein großer Vorteil dieses am weitesten verbreiteten Antriebsmechanismus, bei dem zum Erreichen der üblichen Drehgeschwindigkeiten des Plattentellers die Gummiriemen auf verschiedenen Laufscheiben angebracht sind: zwischen Motor und Plattenteller findet eine mechanische Entkopplung statt. Des Weiteren werden Vibrationen sowie die Geräuschentwicklung des Motors nur im sehr geringen Maße auf den Tonabnehmer übertragen, da der aus Elastomer gefertigte Antriebsriemen beides absorbiert.

Quelle: Dual
Duals DT400 USB ist ein klassischer, vollautomatischer Plattenspieler mit Riemenantrieb, der für den privaten Musikgenuss und das digitalisieren der eigenen Plattensammlung bestens eignet.

Außerdem verbessert der Riemenantrieb das sogenannte „Cogging“ (Flattern) sowie das Auftreten von Geschwindigkeitsschwankungen. Der Riemenantrieb hat aber leider auch Nachteile. Durch Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit oder nach vielen Arbeitsstunden verliert der Riemen seine Elastizität und kann vom Plattenteller abrutschen. Außerdem beeinflusst ein ausgeleierter Riemen den Gleichlauf. Treten diese Probleme auf, ist es bei einem von uns empfohlenen USB-oder Bluetooth-Plattenspieler stets möglich den Riemen zu wechseln. Oft müssen Sie dazu lediglich den Plattenteller demontieren

Der Direktantrieb

USB- und Bluetooth-Plattenspieler mit Direktantrieb sind die Erste Wahl für DJs, weil sie sich in der Regel für das Sratchen der Platten eignen und die Drehgeschwindigkeit des Plattentellers bei vielen Modelle per Pitch-Funktion beeinflussbar ist. Bei diesen Geräten besteht eine Verbindung zwischen Plattenteller und Motor sodass die Umdrehung der Motorachse direkt oder über Zahnräder auf den Plattenteller übertragen wird. Die üblichen aber auch per Pitching-Funktion geänderten Umdrehungsgeschwindigkeiten, werden bei dieser Technik dann durch eine Veränderung der Motordrehzahl erzielt. Außerdem starten Plattenspieler mit Direktantrieb besonders zügig, da die Antriebsenergie bei dieser Konstruktion ultraschnell bereitgestellt wird.

Quelle: Dual

Die Hersteller erzielen diesen Blitzstart des Plattentellers durch sehr drehstarke quarzgesteuerte Wechselstrom- oder Synchronmotoren. Das macht gute USB-oder Bluetooth-Schallplattenspieler mit Direktantrieb teuer, weil die Motoren sehr genau arbeiten müssen und die Produktion sehr aufwendig ist. Bezüglich des Gleichlaufs, der Wartungsanfälligkeit und möglichen Verzerrungen ist der Direktantrieb dem Riemenantrieb sicher überlegen. Trotzdem kann es auch hier zu Übertragungen von Motorvibrationen auf den Tonarm und Tonabnehmer kommen.

Der Reibradantrieb

Plattenspieler mit Reibradantrieb verfügen über sogenannte Reibräder, die den Plattenteller von unten in Bewegung versetzen, höhenverstellbar sind und damit (wie bei der Gangschaltung von Fahrrädern) die Geschwindigkeit variieren können. Die Motordrehung wird dabei direkt durch das mit Hartgummi bezogene Treibrad auf den Plattenteller übertragen. Plattenspieler mit dieser dritten Antriebsart werden, mit wenigen Ausnahmen wie dem Reed Muse 1C im Bild unten, seit den frühen 80er Jahren nicht mehr produziert.

Quelle: Reed

Der Hauptgrund dafür ist die im Vergleich mit den beiden anderen Antriebsarten eher minderwertige Tonqualität bei günstigen Modellen. Die Zersetzung und Abnutzung des Reibrads sowie die unvermittelte Kupplung am vibrierenden Motor führen zu dem auch als Rumpeln bekannten Niedrigfrequenzrauschen. Das sorgt zum einen beim Ton für Veränderungen der Geschwindigkeit. Zum anderen werden Schwingungen erzeugt, die sich dann störend auf den Tonabnehmer auswirken.

Sie wollen Ihren PC mit einem USB-Plattenspieler zur HiFi-Anlage umrüsten und sind noch auf der Suche nach den passenden Lautsprechern? Dann könnte Ihnen unser PC-Lautsprecher Test – Soundsysteme & Studiomonitore im Vergleich weiterhelfen.

Plattenspieler-Test 2021: Unsere Testsieger im Detail

Plattenspieler Testsieger

Denons DP450USBBKEM lässt im Test nicht nur mit einem sehr gut klingenden MM-Tonabnehmer von sich hören. Er verdient sich auch mit seiner Ausstattung, zu der ein USB-Anschluss für Speichermedien und die Ein-Knopf-Digitalisierungsfunktion gehören, den ersten Platz.

212 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • Einfache Digitalisierung per Knopfdruck ohne Software auf USB-Stick
  • Geschwindigkeitssensor und Phono-Equilizer vorhanden
  • Sehr guter Klang dank hochwertigem MM-Tonabnehmersystem
  • Nur manuelle Bedienung, keine Bluetooth-Unterstützung
Laut Denon stecken über 100 Jahren Audiotechnologieerfahrung in der Herstellung des DP450USBBKEM. Das zeigt sich nicht nur an seiner ansprechenden Ästhetik, sondern wird auch bei der Verarbeitung und Ausstattung des zum Musikhören und Digitalisieren von Vinyl besten geeigneten USB-Schallplattenspiel offensichtlich. Der Tonarm ist wie ein S geformt, der Tonarmlift und der Wiedergabestopp funktionieren automatisch und ein schaltbarer Phono-Equalizer sowie ein A/D-Wandler sind ebenfalls eingebaut. Der Plattenteller ist ausreichend schwer, wird riemengetrieben und verfügt sogar über einen automatischen Geschwindigkeitssensor. Das vorinstalliert MM-Tonabnehmersystem (Denon N-6518) bietet einen optimalen, detailreichen Klang, der sorgt für einen sehr guten Hörgenuss. Das besondere Extra des USB-Plattenspielers, dessen nur 41 Zentimeter breiter Sockel in der Lage ist Resonanzen zu optimal zu dämpfen: Mithilfe des USB-A-Anschluss an der Front können Sie unkompliziert ihrer Musik auf USB-Sticks übertragen. Dazu brauchen Sie nur das Speichermedium anschließen, das Zielformat (WAV/MP3) per Knopfdruck wählen und dann die Platte abspielen. Für diese einfache Art des Digitalisierens ist kein Rechner notwendig.
Fazit: Der Denon DP450USBBKEM kombiniert eine sehr gute Ausstattung mit einer sehr guten Audioqualität. Dazu kommt der USB-Anschluss an der Front, der die Digitalisierung Ihrer Vinylsammlung unheimlich vereinfacht.

Plattenspieler Preis-Leistungs-Sieger

Wer gerne Schallplatte hört, seine Vinylsammlung digitalisieren möchte und sich auch einmal als DJ versuchen will für den ist der günstige Technisat Techniplayer LP 300 genau der richtige USB-Plattenspieler.

151 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • Sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Anti-Skating- und Pitch-Funktion sowie Nadelbeleuchtung
  • Auflagekraft des Tonarms ist einstellbar
  • Keine Bluetooth-Unterstützung, nur manuelle Bedienung
Obwohl Technisat für den Techniplayer LP300 aktuell nur rund 140 Euro haben möchte, fällt die Ausstattung des manuellen Plattenspielers ähnlich gut aus wie bei den teureren Testkandidaten. Sein quarzgesteuerter Direktantrieb (Startzeit unter einer Sekunde) lässt Platten auf dem mit einer Filzmatte versehene Plattenteller aus Alu-Druckguss mit einer Drehzahl von 33/45 in U/min rotieren. Die Abspielgeschwindigkeit können Sie per Pitch-Funktion um 10 Prozent verringern oder erhöhen und eine Nadelbeleuchtung sowie ein Stroboskoplicht für die Drehzahlkontrolle gehören ebenfalls zu den Extras. Das alles macht den zusätzlich mit einem umschaltbaren Phono-Vorverstärker und einer Anti-Skating-Funktion bestückte USB-Plattenspieler besonders für DJs interessant. Mit seinem internen A/D-Wandler und externen USB-Anschluss ist der Techniplayer LP300 aber auch ein empfehlenswerter Plattenspieler für alle, die ihre Platte digitalisieren oder einfach nur hören wollen. Der MM-Tonabnehmer (Audio-Technica AT3600L), dessen Nadel sich mit ihrem sphärischen Schliff auch ganz ordentlich für das Scratching und Backcuing eignet kling nämlich gar nicht mal schlecht. Die Musik auf ihren Platten wird detailgetreu und neutral wiedergegeben. Ein Nachteil des gut gedämpften Geräts: Der Plattenteller dreht sich am Ende der Platte weiter.
Fazit: Wer für seine Hobby Vinyl nicht zu tief in die Tasche greifen möchte ist hier genau richtig. Für DJ-Einsteiger ist Technisats USB-Plattenspieler ebenfalls ein Tipp. Platten-Profis wählen jedoch besser ein besser bewertetes Modell.

Wie und mit welchen Geräten digitalisiere ich meine Schallplatten und welche Software ist dafür empfehlenswert?

Quelle: Audacity
Audacity ist eine Software zum Digitalisieren von Schallplatten, die kostenlos ist, sich leicht bedienen lässt und viele nützliche Optionen bereithält.

Nachdem wir Ihnen alles Wissenswerte über Plattenspieler mit USB-Ausgang oder Bluetooth-Verbindung sowie Tonabnehmer vorgestellt haben, wollen wir Ihnen abschließend zeigen, wie Sie Ihre Vinylschätzchen vom analogen in das digitale Format bringen, um diese zu archivieren oder mit verbesserter Qualität auf dem Smartphone oder der Stereoanlage zu hören.

Um das Audio-Signal (Ton) des Plattenspielers in das digitale Format zu bringen, benötigen Sie zum einen ein Gerät mit einem Analog-/Digital-Wandler (A/D-Wandler), der das digitale Signal (Bits) über eine USB-Verbindung an den PC weitergibt. Zum anderem ist ein Rechner oder Notebook zur Digitalisierung und zur anschließenden Bearbeitung Ihrer Aufnahme sowie eine Audio-Software zwingend erforderlich. Letztere sollte nicht nur leicht verständlich und einfach zu bedienen sein. Sie sollte auch Optionen bereithalten um Aufnahmen zu splitten oder zusammenzufügen, Kratzer und Störungen auszubessern sowie Metadaten hinzuladen zu können.

Wir empfehlen Ihnen Audacity, einen kostenlosen Open Source Audio Editor bzw. Rekorder, den Sie sich hier. herunterladen können (kostenlose Alternativen: Free Audio EditorOcenaudio oder Vinylstudio von Alpinesoft. Die per Audacity aufgenommen Tracks können Sie dann in Formaten wie WAV, AIFF oder OGG abspeichern, für den Export in ein anderes Format, beispielsweise MP3 benötigt das Programm allerdings einen zusätzlichen Encoder wie den Lame MP3 Encoder.

Für das wirklich leicht verständliche Tool, das schon eine Weile verfügbar ist, gibt es im Netz bereits einige Tutorials, die demonstrieren, wie Sie Vinyl damit optimal digitalisieren. Wir zeigen Ihnen hier die verschiedenen Plattenspieler-Hardware-Kombinationen (Setup) mit denen die Digitalisierung mittels Audacity möglich ist.

Digitalisierung direkt vom Plattenspieler (Plattenspieler mit USB oder Bluetooth)

Quelle: Pro Ject
Die einfachste Art ist die Digitalisierung mithilfe eines USB-Kabels, das zum PC führt. Dazu muss der Plattenspieler allerdings zwingend mit einem A/D-Wandler ausgestattet sein.

Bei dieser Variante wird Audio-Signal direkt in dem mit einem A/D-Wandler ausgestatteten Plattenspieler digitalisiert und anschließend via USB-Verbindung an den PC/Laptop übertragen. Die Signalkette läuft dann vom Plattenspieler mit USB-Schnittstelle über die USB-Verbindung zum PC oder Laptop an dem dann die digitale Verarbeitung erfolgt.

Bei Plattenspieler mit Bluetooth-Verbindung fällt die Signalkette ganz ähnlich aus. Allerdings wird hier das vom A/D-Wandler des Plattenspielers bereitgestellte Signal drahtlos an den Bluetooth-Empfänger des Rechners übertragen. Dieses ist klar die einfachste und am wenigsten aufwendige Digitalisierungsvariante.

Digitalisierung mithilfe eines Phono PreAmp (Plattenspieler ohne USB oder Bluetooth)

Quelle: ART
Verfügt Ihr Plattenspieler über keinen internen A/D-Wandler müssen Sie ihn mit einem Entzerrvorstärker verbinden, der über dieses Computerbauteil verfügt. Wir empfehlen den Art USB Phono Plus PS für ca.100 Euro.

Bei dieser Konfiguration wird das Audio-Signal nicht direkt im Plattenspieler digitalisiert, da diesem der interne A/D-Wandler fehlt. Um den Plattenspieler trotzdem mit dem Rechner/Notebook digital verbinden zu können, müssen Sie diesen an einem separaten Entzerrvorstärker (Phono PreAmp with USB )oder eine externe Soundkarte mit Phono-Input anschließen, die mit einem integriertem A/D-Wandler ausgestattet ist.

Diese Phono-Vorverstärker mit USB-Anschluss kosten zwischen 60 Euro und 300 Euro, wobei schon ein Einsteigermodell wie der Art USB Phono Plus PS für ca. 100 Euro ein ordentliches Ergebnis mit 16 bit und 48 kHz Sample-Rate liefert. Die Signalkette läuft hier vom Plattenspieler über den Phono-Vorverstärker mit USB-Anschluss und die USB-Verbindung zum PC/Laptop, wo die digitale Verarbeitung durchgeführt wird.

Digitalisierung per PC oder Laptop mit integrierter Soundkarte

Quelle: Creative
Die Creative Sound Blaster AE-7 ist mit einen – auch im gehobenen Hi-Fi-Segment Anwendung findenden – Sabre 9018 DAC von ESS ausgestattet. Dessen maximale Bit- und Abtastrate liegt bei stolzen 32 Bit/384 KHz im Direct-Mode.

Diese Art der Digitalisierung eignet sich optimal, wenn Ihr Plattenspieler etwas älter ist und über keinen internen A/D-Wandler und USB-Anschluss verfügt oder Sie nicht bereit sind Sich einen neuen USB-Plattenspieler oder eine Phono-Vorverstärker zu kaufen. Sie können nämlich auch die interne oder externe Soundkarte Ihres PCs/Laptops für die Digitalisierung einspannen, falls dort sowohl Line In– als auch Line Out-Anschlüsse vorhanden sind.

Da die Soundqualität der Onboard-Soundchips meist nur mäßig ist, empfehlen wir eine leistungsfähige Soundkarte mit einen sehr guten A/D-Wandler wie die Creative Sound Blaster AE-7 mit dem ESS-Sabre-9018-A/D-Wandler (32 Bit/384 kHz im Direct-Mode) für ca. 190 Euro. Creatives interne Soundkarte ist das Top-Produkt unseres Ratgebers Soundkarte Test: Interne und externe Soundkarten im Vergleich.

Bei dieser Konfiguration, die eindeutig die günstigste Variante ist, wird der Plattenspieler üblicherweise mit einen Verstärker, sei es der Verstärker der Stereo-Anlage oder ein Phono-Vorverstärker, verbunden. Danach wird das analoge Ausgangssignal des Kopfhörer-Anschlusses (!) zur digitalen Verarbeitung an den Line-In-Anschluss der Soundkarte des Rechners/Notebooks angeschlossen. Zu diesem Zweck benötigen Sie ein Anschlusskabel mit Klinkensteckern an beiden Seiten (2 × 3,5 mm oder 1 × 3,5 mm und 1 × 6,3 mm je nach Anschluss). Die Signalketten läuft dann vom Plattenspieler über den Kopfhörerausgang ihres Verstärkers oder Phono PreAmps zum Line-In-Anschluss der Soundkarte Ihres Rechners/Notebooks und wird dort verarbeitet.

Für Freunde schöner Klänge in allen Lebenslagen: In unserem Ratgeber zu Soundbars und Sounddecks erfahren Sie alles Wissenswerte und finden die besten Produkte auf einen Blick.

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