Apple führt in der Produktpalette zahlreiche Produkte, die nicht nur für Technikenthusiasten interessant sind, sondern auch Lifestyle-Produkte darstellen. Die Geräte sollen hochwertig aussehen und das Gefühl vermitteln, etwas Wertvolles in der Hand zu halten. Davon grenzt sich eine Produktkategorie ab, denn sie soll nicht nur hochwertig aussehen, sondern auch Leistung liefern – Pro-Modelle. Unter die Kategorie der Pro-Modelle fallen auch die Airpods Pro. Doch was genau macht die Kopfhörer zu einem leistungsstarken Pro-Modell?

Apple Airpods Pro - Technische Daten, Lieferumfang & Inbetriebnahme

Technische Daten

Zusammengefasst die wichtigsten technischen Daten, um das Produkt kennenzulernen:

  • H1 Chip
  • Bauweise: geschlossen, In-Ear
  • Verbindungsart: Bluetooth 5.0
  • Wireless Charging
  • Anschluss: Lightning
  • Wiedergabedauer: 4,5 h ohne Case, 24 h mit Case
  • drei Mikrofone
  • zwei optische Sensoren
  • Beschleunigungs– und Drucksensoren
  • IPX4 wasserfest
  • Gewicht: 5,4 g pro AirPod, 55 g inklusive Case
  • Sonstiges: 3D Audio, Aktive Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus

Lieferumfang

  • Airpods Pro
  • kabelloses Ladecase
  • Silikontips in drei Größen
  • Lightning auf USB-C Kabel
Quelle: Apple

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme erfolgt wie bei allen Apple-Zubehörprodukten für das Smartphone mithilfe des Handys. Zwar findet sich im Lieferumfang auch eine Anleitung, diese ist jedoch nicht notwendig, da das Installationsmenü auf dem Smartphone durch die notwendigen Schritte führt.

Im ersten Schritt sollte der Nutzer das iPhone updaten, damit etwaige Softwarefehler ausgeschlossen sind und die Airpods Pro die neueste Software erhalten. Das ist besonders entscheidend, da sonst die aktive Geräuschunterdrückung der Kopfhörer nur eingeschränkt funktioniert. Diese Fehlfunktion hat Apple erst nach einigen Softwareupdates behoben.

Danach folgt das Aktivieren der Bluetooth-Funktion und das Aufrufen des Homescreens. Nun entnimmt der Nutzer die Airpods Pro aus der Verpackung und hält die Taste an der Rückseite des Cases für mindestens drei Sekunden gedrückt. Danach sollte eine Animation auf dem Homescreen erscheinen, in der der Nutzer die Kopfhörer koppeln kann.

Sobald er auf verbinden tippt, erscheint eine weitere Animation, die einen Drucktest durchführen möchte, der noch gesondert erklärt wird, da er für die Funktionsweise der Airpods Pro elementar ist.

Nach dem Test folgen weitere Instruktionen, die die Tasten und Funktionen der Kopfhörer erläutern. Diese kann der Nutzer überspringen, falls er sie bereits kennt.

Danach ist die Inbetriebnahme abgeschlossen und die Airpods Pro verbinden sich bei eingeschalteter Bluetooth-Funktion, sobald der Nutzer die Kopfhörer ins Ohr steckt.

Ear Tip Fit Test

In-Ear Kopfhörer müssen genau im Ohr sitzen, damit sie nicht herausfallen und den Hörgang vollständig abdecken. Dies ist nicht nur eine Bedingung für hervorragenden Klang, sondern auch für die aktive Geräuschunterdrückung und den Transparenzmodus. Hierfür bieten Apple als auch andere Hersteller mehrere Ear Tips an, deren unterschiedliche Größen auf jegliche Ohren passen. Da der Nutzer allerdings ausschließlich beurteilen kann, ob die Kopfhörer angenehm im Ohr sitzen und nicht, ob die Ear Tips auch das Ohr vollständig verschließen, bietet Apple den Ear Tip Fit Test bei der Einrichtung der AirPods Pro an.

Bei diesem Test spielen die Kopfhörer von Apple ein Musikstück ab, um zu beurteilen, ob Klänge aus den Ohren entweichen. Im Anschluss zeigt die Animation eine Empfehlung an, falls die Größe der Ear Tips nicht mit der idealen Größe für das Ohr des Nutzers übereinstimmen sollte. Möchte der Nutzer die Ear Tips nicht ändern, muss er mit Einschränkungen des Klangbilds und der Passgenauigkeit rechnen.

Soundqualität & Mikrofon

Die Airpods Pro sind ausgestattet mit drei Mikrofonen, zwei nach außen gerichteten und einem nach innen gerichteten. Dies hat zur Folge, dass die Kopfhörer Geräusche von außen wahrnehmen und sie, wenn über die aktive Geräuschunterdrückung gewünscht, nicht an das Ohr des Nutzers weitergeben. Somit kann sich dieser vollständig auf den Klang der Lieder konzentrieren. Hierfür hat Apple einen adaptiven Equalizer integriert, der sich an das Genre des Lieds anpasst und dadurch Höhen, Tiefen und Bässe adaptiv anpasst. Allerdings ist er nicht ausschaltbar, weshalb der Nutzer den Klang nicht selbst einstellen kann und auf die intelligente Einstellung von Apple angewiesen ist.

Das Klangbild orientiert sich dabei an der breiten Hörermasse, weshalb die Klänge weder zu tief noch zu hoch oder extrem basslastig sind. Die Mitten sind stark ausgeprägt und der Klang ist satt.

Die Qualität der Mikrofone ist ausreichend, aber für einen mindestens 200 Euro teuren Kopfhörer zu schwach. Insbesondere das Aktivieren der aktiven Geräuschunterdrückung führt dazu, dass auch der Klang der Stimme gedrückt wird, wodurch das Mikrofon blechern und leise klingt. Dadurch ist die Sprachqualität bei Anrufen oder beim Versenden von Sprachnachrichten eingeschränkt.

Quelle: Apple

Tragekomfort

In-Ear Kopfhörer sind für den Sport ideal geeignet, da sie fest im Ohr sitzen und selbst bei hastigen Bewegungen nicht herausfallen. Allerdings bedingt das auch, dass ausreichend Halt gegeben ist, was den Tragekomfort einschränkt. Die Airpods Pro von Apple hingegen drücken selbst nach mehreren Stunden tragen immer noch nicht im Ohr, da der Ear Fit Test auch zu fest sitzende Airpods Pro erkennt und den Druck ausgleicht, der beim Einschieben der Earbuds entsteht.

Bedienelemente und die Bedienung

Die Airpods Pro von Apple verfügen über lediglich eine Taste an jedem Earbud. Diese Taste befindet sich am Stick, der aus den Ohren ragt und ist druckempfindlich, ohne eine tatsächliche Taste integriert zu haben. Drückt der Nutzer das Produkt von Apple fest genug mit zwei Fingern, aktiviert die Software die gewünschte Funktion und gibt ein haptisches Feedback. Einmal drücken, um das Lied zu pausieren, zweimal drücken, um einen Song zu überspringen und dreimal drücken, um zum vorherigen Titel zu springen. Über ein längeres Drücken von circa drei Sekunden aktiviert der Nutzer eine vorher in den Einstellungen festgelegte Funktion. Dies kann das Aktivieren von Siri sein, das Ein- und Ausschalten des Transparenzmodus oder auch der aktiven Geräuschunterdrückung. Lediglich die Lautstärke ist ausschließlich über das iPhone oder eine Apple Watch steuerbar.

Aktive Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus

Die aktive Geräuschunterdrückung oder auch Active Noice Cancelling genannt, ist das Erfassen und Ausblenden von Umgebungsgeräuschen. Somit kann sich der Hörer völlig auf die Musik konzentrieren, obwohl er gerade im Bus oder der Bahn sitzt. Die aktive Geräuschunterdrückung ist nur in den Apple Airpods Pro und in den Apple Airpods Max verfügbar. Obwohl die Airpods Max circa das Doppelte der Airpods Pro kosten, ist der Unterschied kaum merklich. Kurze und dumpfe Geräusche, wie beispielsweise eine Baustelle, blenden die Kopfhörer von Apple schlechter aus, als Gespräche in überfüllten U-Bahn. Selbiges gilt für den Transparenzmodus, der einzigartig auf dem Markt ist. Apple schafft es, ein Hörambiente zu schaffen, als hätte der Nutzer die Airpods Pro nicht im Ohr und würde die Natur über das Gehör wahrnehmen.

Akku

Der Akku der Airpods Pro und die Wiedergabezeit sind ausreichend, um selbst bei längeren Bahnfahrten nicht auf Musik verzichten zu müssen. Mit circa fünf Stunden Wiedergabezeit, ohne aktive Geräuschunterdrückung oder dem Transparenzmodus, und circa 4,5 Stunden bei eingeschalteten Modi liegt das Gerät von Apple im Branchendurchschnitt. Ausschließlich bei Telefonaten sind maximal 3,5 Stunden Wiedergabezeit möglich.

Steckt der Nutzer die vollständig entladenen Airpods Pro zurück ins Ladecase, laden sie sich laut Apple innerhalb von fünf Minuten so auf, dass der Nutzer circa eine Stunde Wiedergabezeit erhält. Die vollständige Ladedauer im Case hingegen ist unbekannt.

Ist das Case vollständig geladen, beträgt die Wiedergabezeit insgesamt 24 Stunden, sodass der Nutzer mehrmals die Airpods Pro laden kann, ohne das Case aufladen zu müssen.

Da das Case keinen Ladezustand anzeigt, sondern lediglich eine LED im Inneren grün oder rot leuchtet, erfährt der Nutzer den Ladezustand bei geöffnetem Case und Homescreen. Dort taucht eine Animation auf, die sowohl den Ladezustand des Cases als auch beider Airpods darstellt.

Quelle: Apple

Airpods Pro und Sport

In-Ear Kopfhörer sind die beliebtesten Sportkopfhörer, da sie fest im Ohr sitzen und während des Sports nicht unangenehm schwer auf dem Kopf liegen. Allerdings sind zwei Gefahren festzustellen: Nässe und schnelle Bewegungen.

Nässe ist der natürliche Feind von Elektronik, denn sobald sie in das Innere der Airpods Pro dringt, zerstört sie die komplexe Elektronik. Daher sind die Geräte von Apple mit einer IPX4-Zertifizierung versehen, die die Airpods Pro vor Staub und Nässe schützt. Das heißt, sie sind vor Spitzwasser durch Schweiß und Regen geschützt und somit sowohl für den Sport im Fitnessstudio als auch für das Joggen geeignet.

Der zweite Nachteil sind schnelle und hektische Bewegungen, denn seit kein Kabel die Kopfhörer sichert, besteht dauerhaft die Gefahr, dass die Earbuds aus dem Ohr fallen und verloren gehen. Dadurch, dass Apple den Ear Tip Fit Test mittels Klanganalyse durchführt, entsteht nicht das typische ,,Ansaugen“ der einzelnen Earbuds. Zwar verhindert das ein Druckgefühl auf dem Ohr, aber gleichzeitig fehlt dadurch der Halt. Im Vergleich zu anderen Kopfhörern fallen die Airpods Pro von Apple wesentlich schneller aus dem Ohr, insbesondere bei Nässe, die durch Schweiß oder Regen in den Hörkanal gelangt.

Fazit

Apples In-Ear Kopfhörer Airpods Pro sind ein durchdachtes Produkt. Sie sind klein, leicht und vollgepackt mit nützlichen Softwarefeatures. Außerdem sind sie schnell geladen, geschützt vor Spritzwasser durch IPX4-Zertifizierung und erkennen eigenständig, ob sie passend im Ohr sitzen. Fraglich ist jedoch, weshalb sie zur Produktkategorie Pro gehören. Der Klang ist marginal besser als bei den herkömmlichen Airpods, schlechter als bei den Airpods Max und bewegt der Träger seinen Kopf zu schnell, fliegen die Earbuds aus dem Ohr.
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