Damit der PC läuft, braucht er Strom und dafür das passende Netzteil. Je nachdem, wie intensiv und zu welchen Zwecken der jeweilige Rechner genutzt wird, braucht er ein mehr oder weniger leistungsstarkes Netzteil. Wer einen besonders leisen PC möchte, muss auf die Kühlung des Netzteils achten. Wer mit Übertaktung arbeitet, darauf, ob der Stromwandler auf Single- oder Multirail läuft, und vieles mehr.

Das Motto „Hauptsache, er hat Strom“ darf dabei nicht gelten, denn wer zum falschen Netzteil greift, riskiert Schäden an der restlichen Hardware. Wir fassen alle wichtigen Punkte für Sie zusammen und geben Ihnen mit unserer Netzteile-Bestenliste die passenden Kauftipps an die Hand.

Was darf mein Netzteil kosten – eine Faustregel

Beim Netzteilpreis gelten ungefähr zehn Prozent des Gesamtpreises für den Rechner als angebracht. Dabei sollten Sie grundsätzlich – und insbesondere bei einem Gaming-PC oder einem Rechner, der viele Stunden am Stück intensiv genutzt wird – zu Netzteilen mit einer Gold-Zertifizierung (80-Plus-Initiative) greifen, da hier die Effizienz, die Länge der Garantiezeit und die Wertigkeit der Bauteile deutlich besser sind als bei Netzteilen mit Bronze- oder Silber-Zertifizierung.

Gold-Netzteile liegen im Regelfall preislich zwischen 60 und 115 Euro und sind damit bei spürbar höherer Qualität nur wenig teurer als Bronze und Silber. Hier zu sparen zahlt sich im Regelfall letztlich nicht aus – außer Sie streben einen Rechner an, der nur ab und an beziehungsweise über kurze Zeitfenster hinweg genutzt wird.

PC-Netzteil-Test: Die besten PC-Netzteile bis 600 Watt

Netzteile bis 600 Watt
badge test-winner best-price-performance
Ranking
1. Platz
2. Platz
3. Platz
4. Platz
5. Platz
6. Platz
Produktname Seasonic Prime Fanless 600W* be quiet! Dark Power PRO 11* Seasonic Focus Plus Platinum* BitFenix Whisper M* be quiet! Pure Power 11 CM* Corsair SF600 Platinum, 600 Watt*
Hersteller Seasonic be quiet! Seasonic BitFenix be quiet! Corsair
asin B01N9OLE9X B014QT9IX0 B074N8YBK9 B01N2M8SIB B07JHLD38L B07D82XYDP
gtin 4711173873310 4260052183755 4711173873563 4712883216060 4260052186381 0843591063975
Note
WERTUNG: 1,32
WERTUNG: 1,37
WERTUNG: 1,50
WERTUNG: 1,54
WERTUNG: 1,73
WERTUNG: 1,78
Amazon-Kundenbewertung
PCI-E-Anschlüsse (Kabellänge) 6 x 6+2-Pin (65 cm, 67,5cm) 4 × 6+2-Pin, 1 × 6-Pin (70 cm) 2 × 6+2-Pin (70-80 cm) 4 × 6+2-Pin (68 cm) 2 × 6+2-Pin (50 cm) 2 × 6+2-Pin (40 cm)
Leistung +12 V 600 Watt 540 Watt 540 Watt 550 Watt 496 Watt 600 Watt
Lautheit (10/20/50/80/100 Prozent Auslastung) 0/0/0/0/0 Sone 0,1/0,1/0,1/0,1/0,1 Sone 0/0/0/0,3/2 Sone 0,1/0,1/0,1/0,1/0,5 Sone 0,1/0,1/0,1/0,3/0,5 Sone 0/0,6/0,6/2,3/3,3 Sone
Effizienz (10/20/50/80/100 Prozent Auslastung) 91/94/95/9/94 % 88/92/94/93/92 % 87/92/93/92 % 88/92/93/92/91 % 85/90/92/91/90 % 88/92/93/92/91 %
Vorteile
  • Sehr gute Spannungsregulation
  • 600 Watt und lautlos
  • Guter Preis für passiv und Titanium
  • Wechsel zwischen Single- und Multirail möglich
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Beste Holdup-Time
  • Sehr gute Spannungsregulation
  • Sehr leise
  • Guter Wirkungsgrad
  • Gute Spannungsregulation
  • Gute Spannungsregulation
  • Bei normaler Belastung sehr leise
Nachteile
  • Keine
  • Keine
  • Bessere Ausstattung wäre optimal
  • Keine
  • Temperaturbereich und PG-Signal nicht ATX-konform
  • Bei Vollast sehr laut
Angebote

Wie viel Watt Leistung muss mein neues PC-Netzteil bringen?

Quelle: PC Games Hardware
Wer blindlings einfach das stärkste Netzteil kauft, handelt damit meist vorschnell, weil er mehr Geld als nötig für Leistung, die er nicht braucht, ausgibt. Zu wenig Leistung ist freilich auch nicht gut. Generell gilt als Richtwert, dass das Netzteil mit einer Auslastung von 45 bis 75 Prozent am effektivsten arbeitet. Das heißt, der Bedarf Ihres Rechners sollte sich innerhalb dieses Rahmens der Leistung des Netzteils bewegen. Wie hoch die Leistungsaufnahme Ihres Systems ist, können Sie den Herstellerangaben entnehmen. 

Manche Hersteller stellen online auch Watt-Rechner zu Verfügung, über welche Sie sich einen ungefähren Wert berechnen lassen können. Bedenken Sie beim Kauf des Netzteils auch, dass Sie diese PC-Komponente im Regelfall deutlich seltener austauschen als beispielsweise eine Grafikkarte oder Speicherkarten. 

Schlagen Sie daher auf den aktuellen Watt-Bedarf noch einen Puffer drauf, mit dem zukünftige Hardware-Neuanschaffungen ebenfalls abgedeckt sein werden.

Passend dazu: Grafikkarten-Vergleich: So finden Sie die beste GPU

Eine kleine Orientierungshilfe:

  • Für einen reinen Bürorechner oder maßgeblich als Multimediaplayer genutzten PC können Sie 200 bis 300 Watt veranschlagen.
  • Gaming-PCs mit günstigeren oder Mittelklasse-Grafikkarten liegen bei rund 400 bis 500 Watt.
  • Wer sich teurere und extrem leistungsstarke Komponenten holt, sollte seinen Rechner auf jeden Fall mit einem 600-Watt-Netzteil ausstatten.
  • Übertakter arbeiten mit bis zu 1.000 Watt.

Die besten von uns getesteten PC-Netzteile über 600 Watt

Netzteile über 600 Watt
badge test-winner
Ranking
1. Platz
2. Platz
3. Platz
4. Platz
5. Platz
6. Platz
Produktname Corsair AX1600i (80 Plus Titanium)* Corsair HX1000i (80 Plus Platinum)* Corsair HX750 (80 Plus Platinum)* Enermax Platimax D.F. (80+Platinum)* SilverStone Strider Platinum* EVGA Supernova Gold*
Hersteller Corsair Corsair Corsair Enermax SilverStone Technology eVGA
asin B078W6V4RX B00M35SGMY B06W52PXZC B07549PHJJ B015VYL882 B01BGG5PTM
gtin 0843591050319 0843591041126 8435910932868 4713157722874 4710007222300 4250812404381
Note
WERTUNG: 1,34
WERTUNG: 1,45
WERTUNG: 1,47
WERTUNG: 1,56
WERTUNG: 1,64
WERTUNG: 1,85
Amazon-Kundenbewertung
PCI-E-Anschlüsse (Kabellänge) 8 x 6+2-Pin (65 cm/67,5 cm) 4 × 2 6+2-Pin (60, 74 cm) 2 × 6+2-Pin (60 cm) 4 × 6+2-Pin (50-60 cm) 4 × 6+2-Pin (70-80 cm) 2 × 2 6+2-Pin (70, 85 cm), 2 × 6+2-P
Leistung +12 V 1.600 Watt 1.000 Watt 750 Watt 744 Watt 650 Watt 850 Watt
Lautheit (10/20/50/80/100 Prozent Auslastung) 0/0/0,3/1,3/2,8 Sone 0,1/0,1/0,1/0,6/1,1 Sone 0/0/0/1/2,2 Sone 0/0/0,7/0,7/0,9 Sone 0/0/0,4/0,4/0,6 Sone 0,1/0,1/0,6/1,1/1,6 Sone
Effizienz (10/20/50/80/100 Prozent Auslastung) 93/95/95/94 % 88/92/93/-/91 % 88/92/93/92/91 % 86/93/93/92 % 89/92/93/91 % 85/90/92/-/89 %
Vorteile
  • Für Enthusiasten mit einem enormen Energiehunger geeignet
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr gute Messwerte, leise
  • Vollständige Schutzschaltungen
  • Hochwertige Technik
  • Massig SATA-Anschlüsse
  • Wechsel zwischen Single- und Multirail möglich
  • Sehr gute Spannungsregulation und Ripplewerte
  • Sehr gute Ausstattung
  • Gute Spannungsregulation
  • Gutes Verhalten in Corssload-Situationen
  • Überzeugende Messwerte
  • Hohe Lebenserwartung und 10 Jahre Garantie
Nachteile
  • Bei Vollast etwas laut
  • Keine
  • Etwas zu teuer
  • Holdup-Time wird nur ganz knapp erreicht
  • Mangelhafte Holdup-Time
  • Ripple auf der 12-V-Leitung
  • Auch bei geringer Last hörbar
Angebote

Was bedeutet das 80-Plus-Zertifikat?

Quelle: PC Games Hardware
Damit der Computer läuft, benötigt er eine Netzspannung von 12 Volt (Gleichspannung). Das heißt, dass das Netzteil die 230 Volt, die aus der Steckdose kommen, umwandeln muss. Bei dieser Umwandlung gehen einige der aus der Steckdose gezogenen Watt verloren, vor allem in Form von entstehender Wärme. Mit anderen Worten: Es wird Strom bezahlt, der letztlich nicht effektiv genutzt wird. Damit der Käufer weiß, wie hoch dieser Verlust ist, gibt es das sogenannte 80-Plus-Zertifikat.

Hat ein Netzteil ein einfaches 80-Plus-Zertifikat, arbeitet es mit einer Effizienz von 85 Prozent. Es gehen also 15 Prozent verloren. Darüber hinaus staffelt sich die Leistungsfähigkeit der Netzteile: Bronze (88 Prozent), Silber (90 Prozent), Gold (92 Prozent), Platinum (94 Prozent) und Titanium (96 Prozent). Das heißt: Benötigt Ihr System beispielsweise 400 Watt, wird das Netzteil bei einer Effizienz von 85 Prozent circa 480 Watt aus der Steckdose holen.

Der Unterschied der Effizienzklasse kann sich auch stark auf die jährliche Stromrechnung auswirken. Wer seinen PC täglich über acht Stunden und/oder auf voller Leistung nutzt, der spart mit einem Titanium-Netzteil bei einem Kilowattstunden-Preis von 30 Cent im Vergleich zu einem einfachen 80-Plus-Netzteil gut 55 Euro. Da rechnet sich der höhere Preis des PC-Netzteils schnell. Wer aber nur einen Bürorechner zu versorgen hat oder einen Mittelklasse-Gaming- oder Multimedia-PC sein Eigen nennt, für den lohnt sich ein Netzteil der höchsten Klasse nicht. Gold-Zertifizierung ist hier die beste Lösung. Wer den jährlich eingesparten Betrag ausrechnen kann oder will, für den gilt als Richtwert, dass sich das Netzteil über diesen nach gut zwei Jahren Nutzung amortisiert haben sollte.

Weitere Infos rund um das 80-Plus-Zertifikat finden Sie im passenden Artikel der PC Games Hardware.

Wichtige Komponente: der Netzteillüfter

Genau wie bei anderen Komponenten im Rechner müssen auch Netzteile gekühlt werden, um die entsprechende Leistung kontinuierlich erbringen zu können. Durch die Kühlung kann das PC-Netzteil auf der optimalen Betriebstemperatur gehalten werden, sodass die Lebensspanne des Netzteils erheblich verlängert wird. Neben der aktiven Kühlung mit Luft oder Wasser gibt es noch passiv beziehungsweise semipassiv gekühlte Netzteile.

Das günstigste sogenannte „Bearing“ ist das einfache Gleitlager, auch bekannt als sogenanntes Sleeve Bearing. Hier wird mit Ölen oder Fetten die Reibung in der Kühlung und damit auch die Geräuschemission klein gehalten. Die günstigste Variante ist letztlich aber auch die anfälligste, denn sie eignet sich nur für niedrige Betriebstemperaturen. Ist die Temperatur nämlich zu hoch, kann der verwendete Schmierstoff austrocknen und eine andere als vertikale Anbringung führt dazu, dass der Rotor schlechter in der Lage ist, die nötige Geschwindigkeit zu erreichen. Letzteres rührt daher, dass das Öl oder das Fett sich dann entsprechend der Schwerkraft verhält und sich einseitig ablagert.

Quelle: Corsair
Das Corsair AX1600i wird semipassiv gekühlt. Erst über 40 Prozent Auslastung bzw. 640 Watt schaltet sich der Lüfter ein.

Die preislich nächsthöhere Stufe nennt sich Ball Bearing. Hier wird die Rotation der Netzteil-Kühlung über Wälzlager und darin rollende Körper, im Regelfall Kugeln, bewerkstelligt. Das Gute an dieser Form der Kühlung ist, dass man sie in jeder Position montieren kann und sie zudem höhere Temperaturen aushält. Im Gegensatz zum Sleeve Bearing läuft das Ball Bearing auch bei höheren Rotationsgeschwindigkeiten relativ leise, ist dafür aber bei niedrigeren Geschwindigkeiten etwas lauter.

Sogenannte Fluid Dynamic Bearings (FDB) nutzen eine Vollschmierung mit Öl, in manchen Fällen auch mit Gas, um eine nahezu reibungsfreie Rotation zu erreichen. Diese Rotoren können dank der extrem geringen Reibung länger eingesetzt werden und sie erzeugen weniger Vibrationen als die oben vorgestellten Rotortypen.

Neben den aktiven Netzteil-Kühlungen mit verschiedenen Rotorenlagern gibt es auch semipassive beziehungsweise passive Kühlvarianten, mit denen die Netzteil-Temperaturen innerhalb der ATX-Spezifikation gehalten werden können. Bei passiven Kühlungen enthält das Netzteil äußerst hochwertige Bauteile mit Materialien, die garantieren, dass nicht zu viel Wärme produziert wird. Die entstehende Wärme wird außerdem über Kühlkörper aus wärmeleitendem Material abgeführt. Erfolgt die Kühlung semipassiv, bedeutet dies, dass eine Kombination aus besagter hochwertiger Technologie und einem Lüfter verwendet wird. In diesem Fall wird der Rotor erst aktiviert, wenn eine bestimmte Last- oder Temperaturgrenze erreicht wird.

Lautstärke bei PC-Netzteilen – so wirkt sich die Kühlung aus

Wie die eben erfolgte Beschreibung der Kühlungsformen schon verrät: Je nach Art der Kühlung des Netzteils entsteht mehr oder weniger Lautstärke. Dabei sind die Sleeve-Baring-Rotoren die lauteste Version, die komplett passiv gekühlten Netzteile arbeiten am leisesten. Wer also darauf angewiesen ist, dass sein Rechner mucksmäuschenstill ist, der sollte zu einer passiven Kühlung greifen. Passiv gekühlte Netzteile produzieren auch weniger anderweitige elektrische Eigengeräusche, etwa das sogenannte Spulenfiepen. Was es damit auf sich hat, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

Passiv gekühlte Netzteile sind aufgrund der besonders hochwertigen Bauteile auch die teuerste Variante. Eine gute preisliche Alternative sind hier die semipassiv gekühlten Produkte. Diese laufen bis circa 25 Prozent Auslastung ohne eine aktive, rotorenbasierte Kühlung. Damit lässt sich ein PC, der eher moderat belastet wird, beispielsweise bei normalem Arbeiten im Büro, sehr leise betreiben.

Bei Aktiv-Kühlungen sollte die Intensität der Lüftung einstellbar sein und frühestens bei 80 Prozent Auslastung hörbar werden. Ansonsten gilt der Merksatz: Je kleiner der Rotor ist, desto lauter ist er. Daher sollte beim Wunsch nach geringer Lautheit der Netzteil-Lüfter mindestens 120 Millimeter Durchmesser haben.  

Quelle: PC Games Hardware
Das Seasonic Prime Fanless ist das stärkste passive Netzteil, das es aktuell gibt. Bei 600 Watt Leistung ist es nahezu lautlos.

Was ist Spulenfiepen?

„Spulenfiepen“, auch Coil Whining genannt, ist ein sehr hoher pfeifender Ton, der meist durch ein elektrisches Bauteil mit Spule hervorgerufen wird – daher auch der Name. Ursprung des Spulenfiepens ist die elektromagnetische Schwingung, welche letztlich eine hörbare Resonanz verursacht. Der Hauptgrund sind „Synchronisationsprobleme“ zwischen den verwendeten Komponenten, die letztlich dazu führen, dass die Spule vibriert. Das ist in hörbaren Frequenzen wahrnehmbar und lässt sich nur durch Abstimmung der Resonanzwerte der Baugruppen zueinander minimieren.

Vielen Herstellern von Netzteilen ist diese Problematik schon länger bewusst, sodass dementsprechend Maßnahmen ergriffen werden und wurden. Unter anderem werden Widerstandswerte in Feedbackschaltkreisen und das Kernmaterial der Spulen so lange angepasst, bis elektronische Geräusche auf ein Minimum reduziert sind. Um speziell Spulenfiepen von Grafikkarten zu unterbinden, wird zusätzlich darauf geachtet, die Taktfrequenzen des Netzteils so zu balancieren, dass eine Resonanz vermieden wird.

Quelle: PC Games Hardware
So sieht es im Netzteil aus. Der mit Kupferdraht umwickelte Kringel unten rechts ist die Drosselspule. Warnhinweis: Öffnen Sie Ihr Netzteil niemals selbst und wagen Sie keine Reparaturversuche. Ein kaputtes Netzteil sollte stets durch ein neues ersetzt werden.

Was bedeuten Single- und Multi-Rail?

Ob Sie sich ein Single- oder Multi-Rail-Netzteil kaufen, hängt maßgeblich davon ab, wie Sie Ihren PC nutzen. Für Übertakter sind Single-Rail-Netzteile die bessere Wahl, da hier die gesamte Leistung theoretisch auf der 12-Volt-Leitung zur Verfügung steht.

Aber was ist eine „Rail“ eigentlich? Die Experten von PC Games Hardware erklären: „In einem Multi-Rail-Netzteil werden die einzelnen Leiterbahnen durch einen Überstromschutz (OCP) separat überwacht. Sobald solch eine Rail beispielsweise 25 Ampere erreicht, schaltet sich das Netzteil dank der OCP-Schaltung ab und schützt dadurch die PC-Komponenten. In einem Single-Rail-Gerät wird dagegen nicht jede Leiterbahn separat überwacht, sondern die gesamten stromspendenden Leitungen als Einheit betrachtet. Hier ist der Wert zum Auslösen der OCP natürlich durch den vergrößerten Verbraucher höher als noch im Multi-Rail-Design. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass der notwendige Wert so groß ist, dass Bauteile oder Kabel vorher versagen und gar verschmoren.“

Kommt es aber zu einem Kurzschluss im Rechner, kann es sein, dass der Kurzschlussschutz (SCP) nicht greift, da diese Schutzschaltung nur dann funktioniert, wenn der Widerstand niedrig genug ist. Daher löst der SCP nur bei direkten Kurzschlüssen aus – beispielsweise dann, wenn sich zwei Kabel berühren. Kommt es aber zu einem Kurzschluss auf einer Leiterplatte oder innerhalb eines Bauteils, ist der gemessene Widerstand meist zu groß, um die Schutzschaltung auszulösen, das Netzteil bleibt in Betrieb.

PC Games Hardware erklärt weiter: „Kommt es nun in einem Single-Rail-Netzteil zu einem Kurzschluss, steigt der Strom auf der 12-Volt-Leiterbahn und dem entsprechenden 12-Volt-Kabel enorm an, bis die Schwelle zum Auslösen des Überstromschutzes erreicht wurde. Wie bereits erwähnt, ist der Wert für alle Leiterbahnen in einem Single-Rail-Gerät so hoch, dass es bei leistungsstarken Einheiten auch zu einem Brand kommen kann. In einem Multi-Rail-Gerät liegt der Schwellenwert durch die Aufteilung in mehrere Schienen deutlich geringer, sodass die OCP weit vor der Belastungsgrenze des Kabels greift.“

Sie als Käufer können sich an folgenden Richtwert halten: Bis 550 Watt können Single-Rail-Netzteile problemlos verwendet werden. Darüber hinaus, spätestens aber ab 1.000 Watt Leistung, sollte aus Sicherheitsgründen besser auf ein Multi-Rail-Gerät gesetzt werden.

Quelle: Thermaltake
Auch bei Netzteilen findet man immer öfter Modelle, die über RGB-Beleuchtung verfügen.

Über welche Schutzschaltungen verfügen PC-Netzteile?

Entsprechend den ATX-Spezifikationen (Advanced Technology Extended), einer von Intel unter anderem für PC-Netzteile, PC-Gehäuse und PC-Mainboards ins Leben gerufene Normung, verfügen Netzteile mittlerweile über eine Vielzahl von Schutzmechanismen. Diese sollen in Bezug auf das Netzteil nicht nur dieses selbst vor Überspannungen oder anderweitigen Problemen schützen, sondern auch die im Rechner verbaute weitere Hardware. Folgende Schutzschaltungen gibt es

  • den Überspannungsschutz (OVP)
  • den Kurzschlussschutz (SCP)
  • den Unterspannungsschutz (UVP)
  • den Überhitzungsschutz (OTP)
  • den Überlastschutz (OPP)
  • den Überstromschutz (OCP).

Beim Überspannungsschutz beispielsweise schaltet das Netzteil ab, sobald ein bestimmter Wert überschritten wird. Aber Vorsicht: Die massive Überspannung, die ein Blitzschlag verursacht, überlebt der OVP nicht, wenn Ihr Haus nicht anderweitig gegen diese Naturgewalt geschützt ist. Bei Blitzschlaggefahr sollte der PC also generell vom Netz genommen werden.

Der Überhitzungsschutz ist in den ATX-Richtlinien nicht vorgeschrieben. Achten Sie beim Kauf Ihres Netzteils nach Möglichkeit aber dennoch darauf, dass das Produkt über diesen verfügt. So gehen Sie sicher, dass sich das Netzteil, wenn beispielsweise die aktive Kühlung aus irgendeinem Grund ausgefallen ist, abschaltet, bevor es überhitzt.

Einen weiteren ausführlichen Test und eine Kaufberatung finden Sie auch bei PC Games Hardware.

Die besten Netzteile: unsere Testsieger im Detail

Der Testsieger

Das Seasonic Prime Titanium Fanless ist das leistungsstärkste passive Netzteil mit einem Titanium-Label, glänzt bei der Hold-Up-Time und verfügt über alle gängigen Schutzschaltungen.

1 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • Sehr gute Spannungsregulation
  • 600 Watt und lautlos
  • Guter Preis für passiv und Titanium
  • Keine
Seasonic hat den leistungsfähigsten passiv gekühlten Spannungswandler auf den Markt gebracht: das Prime Fanless mit einer Nominalleistung von 600 Watt. Die Abmessungen des vollmodularen Netzteils sind etwas größer ausgefallen als im ATX-Standard definiert: So besitzt der passive Stromspender eine Breite von 15 cm, eine Tiefe von 17 cm und eine Höhe von 8,6 cm. Ausgestattet ist der Spannungswandler mit genug Kabeln für einen HTPC oder ein Gaming-System. Selbst für den Betrieb von mehreren GPUs liegen genug PCI-E-Anschlüsse bei. Für Datengräber, SSDs oder andere Laufwerke gibt es sechs SATA- und fünf PATA-Stecker. Das Netzteil ist im Single-Rail-Design konstruiert worden und kann die gesamte Leistung über die 12-Volt-Schiene ausgeben. Das passive Netzteil besitzt alle gängigen Schutzschaltungen. Auch die Hold-Up-Time kann sich sehen lassen: Ganze 39,7 (!) ms lang kann noch Strom nachgeliefert werden, das ist mehr als doppelt so lange, wie vom ATX- Standard gefordert, und die längste Stützzeit im Test.
Fazit: Lautlos, leistungsstark, effizient – ein verdienter Testsieger zu einem angemessenen Preis

Der Preis-Leistungs-Sieger

Mit dem Focus+ 550 Watt Platinum liefert Seasonic eine gute Platinum-Lösung mit sehr guter Spannungsregulation. Ideal für Einsteiger, die kleine Abstriche wegen der Lautheit verzeihen.

31 Bewertungen*
(Amazon-Kundenbewertungen)
  • Beste Holdup-Time
  • Sehr gute Spannungsregulation
  • Bessere Ausstattung wäre optimal
Beim Seasonic Focus+ 550 Watt Platinum handelt es sich um ein Single-Rail-Netzteil mit 550 Watt beziehungsweise 45 Ampere auf der 12-Volt-Leitung. Mit sechs SATA- und drei PATA-Anschlüssen kann es jeden peripheren Wunsch für Mittelklasse-Systeme befriedigen. Die Anforderungen an den Wirkungsgrad und den Leistungsfaktorkorrekturfilter werden auch in einem 230-Volt-Netz erfüllt. Daneben verbaut Seasonic alle gängigen Schutzschaltungen und das Gerät erreicht eine Stützzeit von 18,6 ms. In Sachen Restwelligkeit zeigt das Focus+ Platinum gute Werte und unterschreitet auf allen Volt-Leitungen den Grenzwert bei Weitem. Die für Prozessor und GPU wichtige 12-Volt-Schiene zeigt beispielsweise nur einen Ripple von 30,2 mV, 120 mV wären laut Intel-Standard zulässig gewesen. Der Spannungsregulation galt in diesem Netzteil besonderes Augenmerk, sodass der Spannungsabfall im Schnitt 0,7 Prozent beträgt. Die 12-Volt-Leitung zeigt sogar nur einen marginalen Drop von 0,1 Prozent. Ab circa 300 Watt wechselt das Netzteil in den aktiven Kühlmodus und erzeugt dabei eine Lautheit von 0,3 Sone. Ab einer Last von ungefähr 90 Prozent dreht der Lüfter dann auf 0,6 Sone auf und erreicht unter Volllast 2 Sone.
Fazit: Gutes und günstiges Einsteiger-Netzteil im Platinbereich
Kommentar hinterlassen